HPV & Gebärmutterhalskrebs
99,7% aller Gebärmutterhalskrebsfälle liegt eine Infektion mit humanen Papillomviren zugrunde. Rund drei Viertel werden durch humane Papillomviren (HPV) der Virustypen 16 und 18 verursacht.
HPV sind häufig vorkommende Viren, mit denen etwa zwei Drittel aller Menschen im Laufe ihres Lebens in Berührung kommen. Übertragen werden humane Papillomviren in erster Linie durch sexuellen Kontakt, aber auch die Übertragung durch einfachen Hautkontakt ist möglich - Kondome verringern zwar das Risiko einer Übertragung, schützen jedoch nicht zuverlässig vor einer Infektion. Meist bleibt die Infektion unbemerkt und der Körper eliminiert die Viren nach einigen Monaten. Einige Virustypen sind jedoch bei chronischer Infektion für die Entstehung von Krebs verantwortlich. Rund jeder zehnte Kontakt führt zu einer bösartigen Zellveränderung, aus der in weiterer Folge Gebärmutterhalskrebs entstehen kann.
HPV-Typen mit hohem Risiko
Es existieren etwa 100 „Typen“ von HP-Viren. Die meisten HPV-Typen tragen ein geringes
Risiko („low risk“) für eine Krebserkrankung, können u.a. jedoch Genitalwarzen oder gutartige Veränderungen am äußeren Genitalbereich, in der Scheide und am Gebärmutterhals verursachen. Bestimmte Typen der HP-Viren sind mit einem hohen Risiko („high risk“) für eine Krebserkrankung behaftet und können bei einer anhaltenden (chronischen) Infektion zu Krebsvorstufen und in weiterer Folge zu Gebärmutterhalskrebs führen. In Europa sind die Typen 16 und 18 die häufigsten krebserregenden HPV-Typen. Man geht davon aus, dass über 75% aller Gebärmutterhals-krebserkrankungen und deren Vorstufen durch diese beiden HPV-Typen verursacht werden. Auch Vulva- und Vaginalkarzinome werden mit einer HPV-Infektion in Verbindung gebracht.
Medizin-Nobelpreis für Entdecker der humanen Papillomviren
Dem deutschen Forscher Harald zur Hausen wird am 10. Dezember 2008 für die Entdeckung der humanen Papillomviren der diesjährige Medizin-Nobelpreis verliehen.
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